Ecuador

Die Republik Ecuador liegt im Nordwesten Südamerikas zwischen Kolumbien und Peru am Pazifischen Ozean. Durch die wirtschaftliche Dauerkrise ist die Lebensqualität der Bevölkerung schlecht. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung stellen ein großes Problem dar. Die öffentliche Dienstleistungs- und Versorgungsinfrastruktur - insbesondere in den ländlichen Gebieten - kann die grundlegenden Aufgaben für die Bevölkerung nicht mehr erfüllen. Die Hauptwirtschaftszentren Ecuadors sind die Regionen um Quito und Guayaquil. Diese zeichnen sich somit durch eine bessere Infrastruktur - im Vergleich zu den ländlichen Gebieten - aus und bedingen eine kontinuierliche Migrationsbewegung in die Großstädte.

Im Hinblick auf Bildung und Erziehung besteht in Ecuador eine allgemeine Schulpflicht. Obwohl die staatlichen Schulen kostenlos sind, fallen für die Familien bestimmte Kosten an wie Schulbücher, Schuluniformen, Transportmöglichkeiten usw. Viele Kinder besuchen die Schule nicht oder nur sporadisch und tragen stattdessen durch Kinderarbeit in verschiedenen Bereichen zum Lebensunterhalt der Familien bei. Folglich weisen vor allem ländliche Regionen einen sehr hohen Anteil an Analphabeten auf.

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Das öffentliche Gesundheitswesen kann die medizinische Versorgung der Bevölkerung nicht gewährleisten. Laut den DNSPI (‚Dirección Nacional de Salud de los Pueblos Indígenas’ 2002) sind 57% der Kinder zwischen ein und vier Jahren unterernährt und nur 26% der Frauen erhielten bei der Geburt ärztliche Unterstützung. Dies erklärt die hohe Zahl der Kindersterblichkeit sowie die hohe Sterblichkeitsrate der Frauen.

Ein Bericht vom PNUD (El Programa de las Naciones Unidas Ecuador) zeigt, dass weit über die Hälfte der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt. Diese Menschen können ihre Grundbedürfnisse wie Gesundheit, Ausbildung, Nahrung, Unterkunft und Kleidung nicht befriedigen. In den ländlichen Gebieten ist die Armut besonders groß. Gerade für Kinder häufen sich dort die vielfältigen Risikobedingungen wie niedriger Bildungsstand der Eltern, mangelnde ärztliche Versorgung, Fehl- und Mangelernährung, ein belasteter gesundheitlicher Status und beengte Wohnsituation mit Mehrfamilien.

San Pedro

Die Kommune San Pedro liegt auf der Halbinsel Santa Elena an der Küste Ecuadors. Hier leben ca. 1600 Einwohner, die zum größten Teil durch unregelmäßige Arbeit im informellen Sektor (z.B. in der Fischerei oder in der Produktion von Schuhen) versuchen finanziell ihr Existenzminimum zu sichern.

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Die überwiegende Zahl der Bevölkerung lebt unter extremen Armutsbedingungen. Das unregelmäßige Einkommen der Familien beträgt ca. 50 – 70 US Dollar monatlich (‚Fundación Eco ciencia’, Santa Elena 2002). Die Beton- oder Bambushäuser von San Pedro sind aufgrund der mangelnden finanziellen Mittel zumeist nicht fertig gebaut worden oder vom Regen beschädigt. In diesen Häusern leben teilweise mehrere Familien auf engstem Raum zusammen.

In San Pedro gibt es ein kleines Gesundheitszentrum. Dieses Zentrum ist zuständig für die Bewohner San Pedros, wie auch für andere Dörfer der Umgebung. Die medizinische Versorgung ist für die Bewohner dennoch völlig unzureichend. Das Zentrum ist unregelmäßig geöffnet, die Stellen der Angestellten sind oft unbesetzt und es mangelt an notwendige medizinischer Ausrüstung. Zudem sind die Behandlungs- und Untersuchungskosten für die Menschen trotz staatlicher Unterstützung zu hoch.

In San Pedro gibt es eine staatliche Schule. Doch ist die Quote der Analphabeten und der Kinder, die keine Schule besuchen, sehr hoch. Viele Kinder verrichten Kinderarbeit.

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